Wie funktioniert die Beitragsrückerstattung bei privaten Krankenversicherungen?

Die Beitragsrückerstattung von privaten Krankenkassen ermöglicht es Versicherungsnehmern, bei gutem Gesundheitszustand beträchtliche Summen zu sparen. Sie wird bei den meisten privaten Krankenversicherungen angeboten, allerdings unterscheiden sich die Konditionen teils deutlich.

Welche verschiedenen Systeme gibt es bei der Beitragsrückerstattung?

Die private Krankenversicherung nutzt für Bonusprogramme drei verschiedene Systeme:

  • Erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung

Diese Beitragsrückerstattung wird jährlich von der privaten Krankenversicherung neu festgelegt und richtet sich nach dem Geschäftserfolg. Das bedeutet auch, dass der Versicherungsnehmer keine Garantie darauf hat, dass es im nächsten Jahr erneut Ausschüttungen gibt. Dafür sind hier relativ hohe Beträge von bis zu sechs Monatsprämien möglich.

  • Pauschalleistungen

In Einzelfällen bieten private Krankenversicherungen auch garantierte Pauschalleistungen an, die sich steigern. Sie wird unabhängig vom Geschäftserfolg ausgezahlt und richtet sich nach der Dauer der Leistungsfreiheit. In Einzelfällen kann auch sie bis zu sechs Monatsbeiträge ausmachen.

  • Leistungsfreiheitsrabatt

Hierbei funktioniert das Bonusprogramm bei der privaten Krankenversicherung ähnlich wie ein Schadensrabatt bei der Kfz-Versicherung. Auch diese Alternative ist vertraglich garantiert. Der Rabatt steigt jährlich, wenn keine Leistungen beansprucht wurden. Der Rabatt kann bis zu 50 % der ursprünglichen Versicherungsprämie betragen. Allerdings werden die Beiträge nur langsam gesenkt.

Innerhalb der einzelnen privaten Krankenversicherungen können die Konditionen erheblich variieren. Nicht nur der Maximalrabatt und seine Zusammensetzung unterscheiden sich, sondern auch auf welche Bereiche er gewährt wird. Manche private Krankenversicherungen bieten ihn lediglich auf Beiträge für ambulante oder zahnmedizinische Behandlungen an, während andere den vollständigen Tarif zugrunde legen.

Wann lohnt sich eine Beitragsrückerstattung?

Leider ist es nicht möglich, dies in absoluten Zahlen anzugeben. Wer seine Rechnungen erst gegen Jahresende bei seiner privaten Krankenversicherung einreicht, sollte vor allem drei Fragen beachten:

  • Ist die Summe der Rechnungen kleiner als die Beitragsrückerstattung?
  • Wie groß sind die steuerlichen Nachteile durch die Rückerstattung der privaten Krankenversicherung?
  • Wird der Bonus im nächsten Jahr durch das Einreichen der Rechnung geringer?

Nur auf dieser Basis lässt sich eine verlässliche Aussage darüber treffen, ob es besser ist, die Rechnu7ngen bei seiner privaten Krankenversicherung einzureichen.

Beitragsrückerstattung und Steuern

Auch wenn sich die Rückerstattung auf den ersten Blick lohnt, kann das Einbeziehen von Steuern das Bild umkehren. Grundsätzlich sind die Beiträge für die private Krankenversicherung von der Steuer absetzbar. Dafür sorgt das Bürgerentlastungsgesetz.

Es gilt jedoch nur der Betrag, der tatsächlich bezahlt worden ist. Erstattet die private Krankenversicherung durch Bonusprogramme Versicherungsprämien, ist nur noch die Differenz absetzbar. Die Sonderausgaben würden also sinken und in vielen Fällen kann dies eine erhöhte Steuerlast zur Folge haben. Dann wäre es unsinnig, die Rechnungen einzureichen. Der Geldvorteil wäre minimiert und in manchen Fällen steigt der Bonus der privaten Krankenversicherung dann nicht weiter.

Manche Bonuszahlungen müssen nicht von den Sonderausgaben abgezogen werden.

Auch bei Bonuszahlungen, die aufgrund der Teilnahme des Versicherungsnehmers an speziellen Bonusprogrammen der privaten Krankenversicherung geleistet werden, können vom Finanzamt unwissentlich als Entlastung gesehen werden und senken dann die Sonderausgaben.

Deswegen ist es sinnvoll, in solchen Fällen eine Aufstellung der Bonuszahlungen bei der Versicherungsgesellschaft anzufordern und dem Finanzamt auf diese Weise klar zu machen, dass ein Abzug nicht gerechtfertigt ist.

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